Jiggers - Sandflöhe

Sandflöhe

in Kenia bekannt als Jiggers, sind die kleinsten Flöhe der Welt. Wie der Name schon sagt leben sie im Sand wo sie auf einen Wirten, der ahnungslos darauf steigt, warten. Sobald dies passiert ist, bohrt der Sandfloh seinen Kopf in den Fuß der Person, der Körper bleibt außerhalb. Nach ca. 2 Wochen ist der Bauch des Flohs prall gefüllt mit Eiern. Sobald diese schlüpfen, bohren sich die Baby-Jiggers ebenfalls in den Fuß und der Teufelskreis setzt sich fort.  

a jigger
a jigger

Der Schmerz und Juckreiz eines Gelsenstichs ist nichts im Vergleich mit Jiggers. Sandflöhe sind stark verbreitet im tropischen und subtropischem Klima. Ihre Opfer sind zumeist arme Menschen, die keine Schuhe tragen und in Jobs oder auf Feldern arbeiten, wo sie ständig mit Sand und Erde in Kontakt sind. 

 

 

Nach aktuellem Stand leiden in Kenia rund 1,4 Millionen Menschen unter Jigger Befall. Die meisten davon sind Kinder aus ländlichen Gebieten. Im Raum Kilifi mussten wir mit eigenen Augen sehen, wie schmerzhaft und grausam es ist, von Jiggers befallen zu sein. Man sieht schon von Weitem die schwarzen "Pünktchen" auf den Füßen. Und der nicht enden wollende Juckreiz ist so schmerzhaft, dass man sich am liebsten die Zehen abkratzen würde. Leider nährt auch diese - instinktive Reaktion - weiter den Teufelskreis. Durch das Kratzen verteilen sich die Jiggers schlussendlich über den ganzen Fuß, manchmal werden auch Hände "infiziert". Viele Kinder sind so abgelenkt von diesem Schmerz, dass sie sich weder in der Schule konzentrieren können, noch Nachts zu ihrem Schlaf kommen. 

 

Abgesehen von diesen furchtbaren Schmerzen, führt eine Jigger Infektion zu Deformierungen an den Füßen und schlussendlich bleibt oft nur mehr der Ausweg einer Amputation. Von den damit verbundenen Risiken in einem Land, wo hygienische Standards kaum aufrecht zu halten sind, brauche ich nicht weiter zu erwähnen. Im Endeffekt geht eine nicht unbedeutende Anzahl von Todesfällen auf das Konto von "simplen Jiggers". 

 

 

Dabei wäre eine Behandlung gar nicht schwierig und aufwändig. Sobald die Sandflöhe in einem frühen Stadion erkannt werden, müssen die Füße mit einer speziellen Lösung behandelt werden. Fußbäder, ordentliches Verbinden und das Tragen von Schuhen setzt den Jiggers ein schnelles Ende. In fortgeschritteneren Fällen, müssen die Flöhe händisch aus dem Fuß geschnitten werden (dies passiert in Kenia ohne irgendeine Form der Betäubung, ich werden die Schreie von Kindern nicht so schnell vergessen....).

 

Auch die Vorbeugung ist kleine komplizierte Angelegenheit. Das bloße Tragen von geschlossenen Schuhen in Kombination mit Körperhygiene (baden) und einem sauber gehaltenen Zuhause ist ausreichend. Da viele Familien allerdings keinen regelmäßigen Zugang zu Wasser und kein Geld für Schuhe haben und außerdem viele Hütten direkt auf Sand gebaut werden, ist es für sie kaum möglich, sich nachhaltig vor Jiggers zu schützen. 

 

 

ZAWADI hat einen Anfang gesetzt und einer armen, gehörlosen, alleinerziehenden Mama mit ihren 4 Kindern (das Baby war noch nicht betroffen) geholfen die Jiggers loszuwerden. Die Familie lebte in einem landesüblichen Lehmhaus mit Sandboden. Keine Schuhe, kein Wasser und schlechte hygienische Bedingungen machten vorgezeichnete Jigger-Opfer aus ihnen. Wir konnten sie Gott sei Dank in einem recht frühen Stadion abfangen. In der Zwischenzeit sind alle Jigger-frei. Unser Field-Manager Daniel hat neben der Behandlung auch die Mutter eindringliche eingeschult, Schuhe besorgt und wir haben das Haus umbauen lassen und den Boden im Haus zementiert. Sie werden weiterhin regelmäßig besucht und Daniel versichert sich vorort, dass alle "Füße in Ordnung" sind :-) 

 

Das ist natürlich nur einer von vielen Fällen. ZAWADI möchte eine größere Kampagne starten um mehr Kindern und Familien helfen zu können. Wir freuen uns über deine Hilfe. Wenn du Ideen oder Fragen hast, kontaktiere uns jederzeit per Facebook oder hier :-) 

 

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